Freie evangelische Gemeinde Karlsruhe
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Hauskreisarbeit in der FeG Karlsruhe

Die Hauskreisarbeit der FeG Karlsruhe ist ein wichtiger Arbeitszweig der Gemeinde; da die Hauskreise grundsätzlich allen Besuchern der Gemeinde offen stehen, soll das Grundsatzpapier dieser Arbeit auch allgemein bekannt sein.

Der Auftrag der FeG Karlsruhe

  1. Grundlagen
    1. Hauskreise sind Jesu Geschenk für seine Gemeinde. Sie sind keine Erfindung unserer Zeit; vielmehr entsprechen sie der Praxis, die bereits die ersten Christen in Jerusalem gelebt haben. Bereits sie trafen sich in größerer Zahl im Tempel und gleichzeitig in kleineren Gruppen in den Privathäusern (Apg 2,46).
    2. Die Hauskreise sind nicht eines unter vielen Angeboten im Gemeindeleben. Vielmehr stellen sie die Lebensform der Gemeinde dar. Die Gemeinde besteht aus Hauskreisen; sie bilden die Infrastruktur. Deshalb kann in der Regel nur Mitglied der Gemeinde sein, wer verbindlich zu einem Hauskreis der Gemeinde gehört.
    3. Die Hauskreise ermöglichen es, die Ziele und Werte der Gemeinde praktisch auszuleben. Deshalb setzen wir als selbstverständlich voraus, dass die Hauskreise den Leitsatz der Gemeinde (s. Grafik rechts) bejahen und an seiner Umsetzung aktiv mitwirken möchten.
    4. In einer wachsenden Gemeinde kann Gemeinschaft primär nicht mehr im Gottesdienst am Sonntag morgen sondern vor allem im Hauskreis unter der Woche erlebt werden. Nur hier kann gewährleistet werden, dass der Einzelne gesehen wird, Freunde findet, Hilfe und Korrektur erlebt und seiner Situation gemäß im Glauben gefördert wird. Das setzt Verbindlichkeit bei allen Teilnehmern und Verantwortung bei den Leitern voraus.
    5. Die Hauskreise haben eine elementare Bedeutung, wenn die Gemeinde weiter wachsen soll. Wachstum setzt voraus, dass die Hauskreise für die Integration von Neuen offen sind. Die Menschen kommen wegen der Inhalte. Sie bleiben wegen der Beziehungen! Das bedeutet auch, dass unsere Hauskreise grundsätzlich für eine Teilung offen sein müssen.
    6. Gäste, die nicht als Mitglieder der Gemeinde angehören, sind uns herzlich willkommen. Jedoch erwarten wir auch von ihnen, dass sie die oben beschriebenen Zielsetzungen der Hauskreisarbeit bejahen und mit tragen.
    7. Hauskreistreffen sind, auch wenn sie in einer Privatwohnung stattfinden, Gemeindeveranstaltungen. Deshalb gilt für sie die grundsätzliche Verantwortung der Gemeindeleitung.
  2. Ziele der Hauskreisarbeit
      Die Umsetzung des Leitsatzes der Gemeinde für die Hauskreisarbeit führt zu folgenden fünf Zielen:
    1. „Im Auftrag, in der Kraft und zur Ehre Gottes“:
      Ausrichtung auf Gott als Quelle und Mitte des persönlichen Christseins wie auch der Gemeindearbeit, z.B. im gemeinsamen Gebet und im Lobpreis (Lieder) finden.
    2. „Gott entfremdete Menschen mit Jesus Christus bekannt machen“:
      • Offen sein für Außenstehende und ihre Fragen
      • Evangelisation durch Integration
    3. „Gemeinschaft“:
      • Einander kennen lernen, Freunde finden
      • Umeinander kümmern, gegenseitige Hilfe und Fürsorge
      • Füreinander da sein, gegenseitige Seelsorge; Fürbitte füreinander
    4. „Nachfolge“:
      • Miteinander die Bibel als Gottes Maßstab für unser Leben kennen lernen
      • Voneinander lernen, wie Gottes Wort praktisch im Leben umgesetzt werden kann
    5. „Dienst“:
      • Förderung der gemeindlichen Aufgaben der HK-Teilnehmer durch Anteilnahme und Fürbitte
      • Gemeinsames Engagement als Hauskreis für gesamtgemeindliche Aufgaben (z.B. Alpha, Projekteinsätze)
    6. Die genannten Ziele können miteinander konkurrieren.
        Zum Beispiel:
      • Intensive Gemeinschaft wird erschwert, wenn man gleichzeitig Außenstehende integrieren will — und umgekehrt.
      • Schwerpunktsetzung beim Lernen kann auf Kosten des persönlichen Austausches (Gemeinschaft) gehen — und umgekehrt.
      • In verschiedenen Kreisen oder auch zu bestimmten Zeiten kann einer der Faktoren durchaus ein besonderes Schwergewicht bekommen.
      • Dennoch gilt: Als Ziel streben wir ein möglichst ausgewogenes Verhältnis der fünf Ziele an.
  3. Mögliche Gefahren für Hauskreise
    1. Egoistische Entfaltung Einzelner
      • seelsorglich: Übermäßige Beschäftigung der ganzen Gruppe mit immer denselben Problemen eines Gruppenmitglieds
      • Ständiges Herumreiten auf Lieblingsthemen
      • Missbrauch des Wissensvorsprungs (die anderen mit dem eigenen Wissen erschlagen und sie belehren wollen)
    2. Mangelnde Offenheit; theoretische Diskussionen
    3. Unverbindlichkeit (Kommen nach Lust und Laune; Unpünktlichkeit)
    4. Oberflächlichkeit (zu viele Plaudereien über Banales)
  4. Mögliche Probleme durch Hauskreise
    1. Cliquenbildung
      • nur noch mit bestimmten Leuten
      • nicht mehr mit anderen (insbesondere neuen) Leuten
      • immer (auch Sonntag morgen) mit meinen Leuten
      • "Koinonitis": Hauptsache ich fühle mich wohl
    2. Neben der Gemeinde ("Was wir tun geht keinen etwas an.")
    3. An Stelle der Gemeinde (Die Gruppe reicht mir, mehr brauche ich eigentlich nicht.)
    4. Gegen die Gemeinde (Sammelbecken der Unzufriedenen; negatives Reden über die Gemeinde)
    5. Theologischer Spezialkreis für Sonderlehren
  5. Leitung
    1. Jeder Hauskreis hat möglichst zwei verantwortliche Gruppenleiter. Sie sind für den theologischen Kurs ("biblische Lehre") und den Gruppenprozess verantwortlich. Im Einzelnen gehört dazu
      • die Atmosphäre und den äußeren Rahmen
      • die Gemeinschaft untereinander
      • Geburtstage, Krankheitszeiten, äußere und seelsorgliche Probleme der Besucher
      • die Anregung zusätzlicher Aktivitäten (Ausflüge, Feiern, Freizeiten...)
      • das Nachgehen, wenn jemand nicht mehr kommt
      • die Integration neuer Teilnehmer
    2. Die Gruppenleiter werden von der Gemeinde eingesetzt. Sie sollten einen Coach haben, der sie in ihrer Arbeit kontinuierlich begleitet.
    3. Leitung bedeutet nicht Herrschaft über die Gruppe sondern Dienst an ihr. Wir wollen so wenig wie möglich in den Gruppenprozess eingreifen. Andrerseits müssen Leiter, wenn nötig aber auch dazu bereit sein.
    4. Die Gesprächsleitung kann neben den Gruppenleitern von weiteren Besuchern des Hauskreises übernommen werden. Dabei wollen wir gabenorientiert und nicht nach dem Reihum-Prinzip vorgehen. Die Gesprächsleiter sollen das Gespräch in Gang bringen, auf Kurs halten und zum Ziel bringen.
    5. So wichtig eine gute Leitung ist: Hauskreise leben davon, dass jeder sich einbringt.

Wofgang Kraska


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